Die Anreise am Samstag nach Lugau, Sachsen, zum 4. Lauf der Deutschen-Junioren-Motocross-Meisterschaft verlief bei strömendem Regen, der auch in der Nacht nicht nachließ. Am Wettkampfmorgen dann drückte zunächst kühles, windiges und feuchtes Wetter die Stimmung. Unerwarteter Weise präsentierte sich die Strecke dann zwar ziemlich aufgeweicht, aber dennoch befahrbar. Der Rundkurs zählt zu den anspruchsvollsten und ungewöhnlichsten der diesjährigen Meisterschaft, verläuft er doch auf einer alten Zeche mitten in einem Wohngebiet gelegen mit gewaltigen Auf- und Abfahrten an einem Hang entlang. Die Mitglieder des MSC Lugau hatten sogar in der vorangegangen Woche den Kurs neu umgebaut, um ein anspruchsvolles Geläuf bieten zu können.
Insgesamt gingen an diesem Morgen 30 Fahrer im Alter von 12 bis 16 Jahren mit Motorrädern bis 85 ccm an den Start. Der feuchte und daher klebrige Boden setzte sich an den Maschinen fest, sodass sie nach dem Training zunächst von einer kiloschweren Lehmpampe befreit werden mussten, bevor es in das gezeitete Pflichtraining ging. Unter diesen unangenehmen Bedingungen gelang dem für das CRT-Motorsportteam startende Sandro Gruber sich an 14. Stelle zu platzieren.
Aber es kam noch schlimmer: Nach der Mittagspause ging es unter heftigen Niederschlägen an das Startergatter für den 1. Finallauf. Gruber kam schlecht weg vom Start und befand sich in der ersten Runde nur im hinteren Mittelfeld. Die Fahrer starten ja mit laufendem Motor aus dem Stand heraus, sobald das Startgatter fällt. Auf dem durchweichten Boden ist es dabei unheimlich schwer, die Leistung des Motorrades auf den Boden zu bringen und in Vortrieb umzuwandeln. Aber Gruber trotzte den Bedingungen und startete eine rasante Aufholjagd. Mit viel Geschick, Taktik und Dank der hervorragenden und beschlagsfreien Sicht durch seine Utopia-Brille von Coamber konnte er in jeder Runde einige Fahrer überholen. Nach den 20 Minuten Rennzeit überquerte er schließlich an 4. Position liegend die Ziellinie. Eine beeindruckende und sehenswerte Leistung!
Danach brach im CRT-Motorsportteam Hektik an, um in der kurzen Zeit bis zum 2. Lauf Motorrad, Kleidung und Fahrer wieder zu säubern und zu rüsten. Die Aufgabe gelang, die beiden Südbayern Quirin Hold und Sandro Gruber waren die einzigen Fahrer die rechtzeitig am Vorstart standen, der Rest streikte. Die Verantwortlichen entschlossen sich, den 2. Lauf wegen der schlechten Streckenbedingungen und der geringen Fahrrerzahl abzusagen. Für die Tageswertung zählte dann nur das Ergebnis des 1.Laufes. Somit schloss Gruber den Wettbewerb mit einem hervorragenden 4. Platz ab, gleichzeitig seine erste Platzierung unter den ersten fünf bei einem Lauf zur Deutschen Meisterschaft.